Und dann hol ich aus der Truhe meine Eurythmieschuhe…

5. Juli 2009

Das Internet. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2009. Dies sind die Abenteuer vom Blog amplifiedscience, das auf seiner Reise durch die Webgalaxie neue und alte, wichtige und vielmals auch unwichtige Dinge und Fundstücke entdeckt, sie mit unterqualifizierten Kommentaren versehen postet und seine Leser (hrhrhr) langweilt.

Genug Pathos. Ab geht’s:

Als ich noch ein kleines Mädchen kleiner Junge war, haben meine Eltern kurz überlegt mich auf eine Waldorfschule zu schicken. Ich persönlich wollte immer auf die Gesamtschule, weil mein bester Freund auch da war und als minderjähriger Opportonist ist es ja mit reifen Überlegungen oder Meinungsbildungen nicht so – unbedingt. Auf jeden Fall wurde der Gedanke fallen gelassen, ich kam aufs Gymnasium, quälte mich ein paar Jahre mit Lehrmethoden des angehenden 20. Jhds. herum und fand irgendwie doch den Weg zum Abitur.

Doch soll es hier nicht um meine zahlreichen schulischen Eskapaden oder sonstige Informationen über meinen Weg durch die Bildungseinrichtungen der BRD gehen. Ich schwof bei der Waldorfschule ab:

Als hoffnungsloser Romantiker und verträumter Idealist, glaubte ich Zeit meines Lebens etwas verpasst zu haben, da ich nie in der geheimen Kunst der Eurythmie unterrichtet wurde. Diesem best gehütetestem Tanz, dessen Choreographie nur die wenigen, elitären, Müsli futternden, selbst gehäckelte Socken tragenden, Bündnis 90 Gründer und Pädagogenkinder kannten galt schon immer meine Faszination. Wie eindrucksvoll müsste es sein, seinen eigenen Namen tanzen zu können.

Mit der Zeit kam ich etwas darüber hinweg, nicht zu dieser Elite zu gehören und beschäftigte mich mit anderen Dingen. Aber nach meiner Flucht aus meiner Heimatstadt in die Bundesdeutsche Hauptstadt lernte ich einige ehemalige Walddorfschüler kennen, die in mir die Faszination und den Wunsch meinen so wunderschönen Namen einmal tanzen zu können wieder entfachten.

Leider scheint es eines der Gebote der Eurythmie zu sein, niemandem, aber auch wirklich niemandem genaueres über die heilige Prozedur des Ausdruckstanzes zu erzählen. So blieb mein Wissen weiter nur gefährlich halb und meine Tanzschritte erinnerten mehr an VMAC als an irgendeinen durchdachten expressionistischen Tanz. Bis. Ja, bis ich mich persönlich aufmachte um dieses Geheimnis für immer zu lüften. Meine Damen und Herren, beachten sie bitte folgendes Video, lernen sie die wenigen Buchstaben ihres Vornamens und sehr bald wird niemand mehr behaupten können sie könnten nicht tanzen, den Deutschen fehle es an Rhythmusgefühl und Eurythmie könne man nur als Waldorfschüler.

Eurythmie für Anfänger – Das Alphabet – MyVideo

Bittesehr. Und vielen Dank für dieses einmalige Lehrvideo. Jetzt muss ich nur noch rausfinden warum zwei verschiedene Buchstaben meines Namens ziemlich ähnlich getanzt werden. Von jedem den ich gelegentlich persönlich treffe erwarte ich die perfekte Choreo (wie wir in Fachkreisen so sagen!) seines Namens zur Begrüßung. Unaufgefordert!


direktausdruckstanzschuhe

3 Antworten to “Und dann hol ich aus der Truhe meine Eurythmieschuhe…”

  1. usmarcel said

    ha ha ha Justus…du wolltest es wohl mit ins Grab nehmen und jetzt…jetzt ist es kein Geheimnis mehr…mwhahahaha

  2. […] 7. Juli 2009 Das Internet. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2009. Dies sind die Abenteuer vom Blog amplifiedscience, das auf seiner Reise durch die Webgalaxie neue und alte, wichtige und vielmals auch unwichtige Dinge und Fundstücke entdeckt, sie mit – moment mal, das hatten wir doch schon!! […]

  3. Justus said

    verdammt!

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