I’m on top of the world, denn die Welt biegt sich unter mir..

7. Dezember 2009

Ein Kinderzimmer

Just in diesem Moment klingt der letzte Akkord der Schallplatte aus meinen Boxen und das Geräusch, dass die Kinderzimmer Productions auf ihrem Track „Atmosphere“ der Scheibe „Im Auftrag ewiger Jugend und Glückseligkeit“ in einem wunderbaren Loop von 8:18 Minuten Länge aufs Vinyl pressten klingt durch mein Zimmer. Herrlich!

Erwähnte Platte habe ich vor zwei Wochen vorbestellt, Freitag kam sie an, heute holte ich sie ab und jetzt ist heavy rotation angesagt. Das letzte Album der Herren von Holtum und Klammt, a.k.a. Textor und Quasi Modo, a.k.a. Kinderzimmer Productions, Deutschlands innovativster Hip Hop Act überhaupt. Und Nein, darüber kann man nicht diskutieren, denn „ich steck bis zum Hals drin und ich hör‘ nur so ’nen Scheiß!“

Lange habe ich gebraucht um den Verlust zu überwinden und bis Heute kann ich nicht genau sagen, warum ich am 26. April 2008 nicht in Dortmund im Konzerhaus saß. Vielleicht weil ich in Berlin rumhing, meiner Arbeit nachging und finanziell gerade so unabhängig und überschuldet war wie das Bundesland in dem zu leben ich vor drei Jahren beschloß (Kein Ding, da wo ich herkomm ist es noch schlimmer, quasi nen Glücksgriff mit Berlin.. hrhr..). Im Nachhinen auf jeden Fall sehr schade.

Nicht schade ist allerdings, dass die beiden Jungens aus dem Kinderzimmer das komplette Konzert aufgenommen haben, auf Vinyl pressen ließen (1000 Stück, so sagt man), eine CD beilegten, Eberhard Spohd ein tolles Requiem schreiben ließen, das ganze „Over and Out“ betitelten und dann in die Läden stellten. Zwei davon gehören jetzt mir (Yes, Vinyl ist mein Bank!) und jedem der nur etwas mit deutschprachigem Rap anfangen kann sollte schnellstmöglich gucken, dass er sich diese Scheibe in seine Sammlung holt. Weil das ganz groß ist. Wirklich!

1. Ersteinmal sind das Kinderzimmer Productions. Wem das nichts sagt der sollte ganz dringend Bildungslücken schließen.

2. Ist das Konzert „Unplugged“. Was sich ersteinmal ganz gut anhört, dann stutzen lässt und schließlich den Leser und Hörer und Mitdenker mit der Frage allein lässt: Wie zur Hölle kann man Wheels of Steel unplugged live präsentieren? Wie solch eine samplewütige Crew auch nur annähernd gerecht auf die Bühne bringen? Die Antwort weiß ich auch nicht, bzw. kann dem Talent der Musiker nicht gerecht werden, wenn ich jetzt sage: machen sie garnicht also nicht hundertprozentig. Die Turntables haben Strom, sind aber auch das einzige (abgesehen der Mikrophone) dass die Bedingungen für ein unplugged Konzert leicht erweitern. Der Rest ist wirklich alles live und selbstgebastet. Da reißen sich dann Textor, Das Tier, und alle anderen krass den Arsch auf um die Lieder in Originalton wiederzugeben, was man auch hört. Und das macht jede Menge Spaß. Nicht nur den Musikern, auch dem geneigtem Zuhörer und natürlich den wenigen Gästen im Konzerthaus an diesem geschichtsträchtigem 26. April 2008.

3. Wirklich. Ganz groß. Sauberer satter Sound, eine sehr gute Auswahl von Liedern, so dass sich alle Musiker, DER DJ und die beiden Backup Rapper ganz schön ins Zeug legen müssen und trotzdem jeder sein Talent ausreichend präsentieren kann. Und davon gab es bei diesem Konzert einiges auf der Bühne.

4. Junge, junge. Wirklich. Selten so über ein neues Album gefreut. Und dazu gibts das alles noch auf CD, so dass die Heavy Rotation auf meinem täglichen Weg durch Deutschlands Hauptstadt weitergehen kann. Jes, jes, jes.

„Warum muss es eigentlich immer Berlin sein?“

Das wars mit der Werbung. Kaufen. Over and out.

2 Antworten to “I’m on top of the world, denn die Welt biegt sich unter mir..”

  1. MC Winkel said

    Schöne Review!

    Aber müssen Sie mir nicht verkaufen, ich weiß das auch so! Schade, dass die Guten sich immer viel zu früh verpissen – bitte entschuldigen Sie meine Wortwahl.

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