Well, it’s another warm day,..

16. April 2010

in the city of cold hearts.

Eels – Ordinary Man

Ich sitze auf der Straße vor der Pizzaria in meinem Haus. Frühling. 13ºC. Die Pizza ist warm und die Cola kalt. Feierabend, Wochenende. Jetzt lässig runter in den zweiten schalten, beschleunigen und dann kurzzeitig den dritten tangieren um am Samstag im fünften auszubremsen. Egal wie kurz der Winter ist, er ist immer noch lang genug, so dass wir jede Sonnensekunde des frisch angebrochenen Jahres auskosten als ob es die letzten Tage vor der Expansion der ausgebrannten Sonne zum roten Riesen wären. Nebe mir sitzen zwei angehende Bankier Rentiere, die ihre Mittagspause ob des erwähnten Frühlings nach draußen verlegt haben und ihr Mittagsessen in Form von italienischen Kaffeemilchmischgetränken zu sich nehmen. Zwei Stunden habe ich noch frei, bevor mich die Pflicht zwingt meine Fähigkeiten in der amerikanischen Version des Kegelns in Gegenwart meiner Arbeitskollegen unter beweis zu stellen. Die Stadt riecht nach kürzlich aufgebrochenen Baumesblütenknospen und erinnert mich daran, dass jede meiner Entscheidungen die mich hierher gebracht hat genauso gut war wie im Moment der Reflexhandlung der die Entscheidung brachte.

Ein junger Vater eines noch jüngeren Kindes versucht eine Minipizza zu erstehen, während sein Sohn versucht ihn vor genau diesem Unterfangen abzuhalten. Neben feixenden Späßen des Vaters über die Inkomptenz seines Sohnes, der zwar der Sprache mächtig, aber der Feinheiten des Sarkasmus und der Ironie nicht so versiert nach langen hin und her zur finalen Lösung greift:

„Papa ich muss Pipi.“

In Damaskus beschattet der Geheimdienst Studentenpartys um Informationen über regierungsfeindliche Politik zu bekommen. Die Revolution kann nur aus der Not der jüngeren Generationen entstehen. Der Artikel scheint plausibel, wirkt dennoch bizarr und lässt mich kurz aufblicken um meine Gedanken zu sammeln. Freiheit.

Zwei Meter von mir entfernt steht ein kleiner Junge und pinkelt in die Hecke, die eindeutig bessere Zeiten vor dem letzten Winter gesehen hat. Scheißsystem. Würde das jemand registrieren müsste ich sofort einen Bogen schlagen um aktuell tief aufgerissene Themen der Medienlandschaft betreffend der Praktiken christlicher Religionsangehöriger, nur um zu beweisen, dass eben dieser letze Blick von mir nichts, aber auch garnichts mit einer geschlechtlichen Neigung zu tun hat, von der ich sicherlich nicht angetan bin.

Was für eine Schweinerei. Bedenkt man die Vielzahl von Sportvereinen, Jugendgruppen, Nachwuchspolitikgruppen und der freiwilligen Feuerwehr bin ich froh die Dunkelziffern nicht zu kennen. Die Kirche ist niemals das einzige Problem. Vielleicht die Ursache.

Jetzt geht er die Pizza abholen, zückt sein Geld mit ungewaschenen Händen und isst aus ebendiesen. Ein Bekannter, der aufgrund seiner Tätigkeit als Booker in einem Club desöfteren am Ende des Abends die Einnahmen zählen muss hat bestimmt mit mehr, aber den gleichen Keimen zu tun. Die Drogenreste und Polyesterfetzen der Geldbörsen mal ausgeschlossen. Würde er sich die Hände ablecken wäre er vermutlich ziemlich schnell ziemlich high und ziemlich bald (in Relation zum Leben anderer Leute gesehen) ziemlich Tod. Knochenkrebs oder sonstige abartige Krankheiten, die den Körper schneller ficken als täglich zwölf Stunden im aus Mikrowellen selbstgebastelten Solarium. Diagnose Mord.

Die vorbei flanierenden Frauen sind hübscher als letztes Jahr.

The only rules you follow are your own.

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